Samarkand hat der 46. Schacholympiade ein starkes sportliches Schlussbild gegeben: Gastgeber Usbekistan gewann das Open, China setzte sich im Frauenturnier durch – und die deutsche Open-Auswahl um Vincent Keymer beendete das wichtigste Mannschaftsturnier des Schachs auf Rang drei. Der FIDE-Schlussbericht und die offiziellen Endtabellen weisen Usbekistan mit 20 Mannschaftspunkten vor Indien und Deutschland aus, die jeweils 18 Punkte erzielten; die Feinwertung entschied die Reihenfolge hinter dem Sieger. [1][2]
Im Open fiel die Entscheidung am 27. September in der elften Runde. Usbekistan schlug die Ukraine 2,5:1,5 und sicherte sich damit den zweiten Olympiasieg nach Chennai 2022. Indien kam gegen Ungarn zu einem 2:2 und blieb Silbermedaillengewinner. Deutschland gewann parallel gegen die Niederlande mit 2,5:1,5; Matthias Blübaums Sieg gegen Jorden van Foreest war dabei der entscheidende volle Punkt. Die offizielle Tabelle führt die deutsche Mannschaft mit neun Siegen und zwei Niederlagen – ein Ergebnis, das angesichts der Setzliste auf Rang fünf als klare Bestätigung der deutschen Spitze zu lesen ist. [1][2][4]
Besonders wichtig für die deutsche Einordnung ist die Verteilung der Punkte im Team. Vincent Keymer holte am ersten Brett 5,5 Punkte aus 10 Partien, Blübaum ebenfalls 5,5/10. Frederik Svane war der auffälligste deutsche Scorer: 8,5/11 und eine ausgewiesene Performance von 2796 brachten ihm auch die individuelle Goldmedaille am dritten Brett. Rasmus Svane steuerte 5,5/7 bei, Alexander Donchenko 3,5/6. Der Deutsche Schachbund hob außerdem die Siege gegen die USA und gegen den späteren Olympiasieger Usbekistan hervor – beides Ergebnisse, die zeigen, dass Bronze nicht nur über Pflichtsiege zustande kam. [4][5]
Im Frauenturnier war China nach 11 Runden allein vorn. Die Endtabelle nennt 20 Mannschaftspunkte für China, 18 für Kasachstan und 17 für Indien; die USA, Polen, Armenien und die Mongolei landeten ebenfalls bei 17 Punkten, aber hinter Indien in der Feinwertung. Die deutschen Frauen kamen mit 14 Mannschaftspunkten auf Rang 29. Der DSB-Bericht nennt zum Abschluss ein 3:1 gegen Montenegro, insgesamt blieb die Bilanz jedoch deutlich hinter dem Open-Team zurück. [1][3][5]
Für die internationale Szene ist Samarkand damit zweierlei: ein Heimtriumph für eine der prägenden jungen Schachnationen – und ein deutscher Podestplatz, der zeigt, dass Keymer, Blübaum, Donchenko und die Svane-Brüder im Mannschaftsschach zur erweiterten Weltspitze gehören. Wer die Schlussrunde nachspielen will, findet die Partien in der Lichess-Broadcast-Sammlung zur Olympiade. [6][7]
