Die FIDE-Oktoberliste bringt für das deutsche Spitzenschach eine klare, aber etwas enger gewordene Momentaufnahme: Vincent Keymer bleibt die Nummer eins, steht mit 2761 Elo weiter in der absoluten Weltspitze und wird in den Auswertungen auf Rang acht der offenen Weltrangliste geführt. Die FIDE veröffentlichte die neue Liste am 1. Oktober; im offiziellen Downloadbereich sind die Oktoberdateien mit Stand 3. Oktober ausgewiesen. [1][2]
Für Keymer ist das ein kleiner Rückgang, aber kein Bruch. Chess.com führt ihn mit 2761 Punkten, minus drei, und mit einem Abrutschen von Platz sechs auf Platz acht; ChessBase weist denselben Wert in der Top-100-Tabelle aus. Vor ihm liegen unter anderem Magnus Carlsen, Hikaru Nakamura, Fabiano Caruana sowie die beiden Usbeken Javokhir Sindarov und Nodirbek Abdusattorov. Gerade Abdusattorovs Sprung ist eng mit der Schacholympiade in Samarkand verbunden, die laut FIDE die Oktoberliste maßgeblich geprägt hat. [1][4][5]
Aus deutscher Sicht ist der Blick hinter Keymer fast ebenso interessant. Matthias Bluebaum folgt mit 2666 Elo auf Rang zwei der nationalen Liste, Frederik Svane liegt mit 2662 nur vier Punkte dahinter. Damit stehen drei deutsche Spieler in den offenen Top 100 der Welt: Keymer auf Platz acht, Bluebaum auf Platz 46 und Frederik Svane auf Platz 52. Der Abstand zwischen Keymer und Bluebaum beträgt zwar noch 95 Punkte, doch die deutsche Spitze hinter dem Spitzenbrett ist dicht beisammen. [3][4]
Die DSB-Liste zeigt außerdem, wie breit der Bereich oberhalb von 2600 besetzt ist: Dmitrij Kollars, Rasmus Svane und Alexander Donchenko folgen auf den Plätzen vier bis sechs der deutschen Standardwertung; erst danach beginnt mit Fabian Doettling, Luis Engel, Arik Braun, Dennis Wagner, Jan Gustafsson und Niclas Huschenbeth der Bereich knapp unter 2600. Für Mannschaftsentscheidungen bleibt diese Tiefe wertvoll, auch wenn Keymers Sonderstellung im deutschen Schach weiterhin unübersehbar ist. [3]
International ordnet ChessBase Deutschland im Föderationsvergleich nach dem Elo-Schnitt der zehn besten Spieler mit 2630 Punkten auf Rang acht ein – punktgleich im Schnittbereich mit starken europäischen Konkurrenten wie Aserbaidschan und Frankreich. Das ist nach der Olympiade kein spektakulärer Sprung, aber ein Hinweis auf Stabilität: Deutschland besitzt einen klaren Weltklassespieler an der Spitze und dahinter eine kompakte Großmeistergruppe, die den Anschluss an die Top-50-Region hält. [4]

