Das Feld für den Total Chess World Championship Tour Pilot in Budapest ist komplett: 24 Spielerinnen und Spieler sind für das neue Mehrformat-Turnier bestätigt, darunter Vincent Keymer als einziger Deutscher. Die letzten sechs Plätze gingen an Levon Aronian, Liem Le, Jorden van Foreest, Abhimanyu Mishra, Shakhriyar Mamedyarov und Andrew Hong; das bestätigen sowohl die FIDE-Meldung als auch die inzwischen aktualisierte offizielle Teilnehmerseite. [1][5]
Für Keymer ist die Besetzung sportlich maximal anspruchsvoll. Der 21-jährige Deutsche wird auf der Liste mit 2764 Elo und Weltrang sechs geführt und steht in Budapest hinter Magnus Carlsen, Fabiano Caruana und Wesley So auf Rang vier der Setzliste. Insgesamt erreichen 18 der 24 Teilnehmenden die Marke von 2700 Elo oder mehr; der rechnerische Elo-Schnitt des Feldes liegt bei 2708,8. [1][7]
Gespielt werden soll nach dem jüngsten offiziellen Zeitplan vom 10. bis 20. November 2026 im Anantara New York Palace Hotel in Budapest. Der Auftakt ist ein neunköpfiges Blitz-Schweizer-System über neun Runden, das vor allem die Tie-Break-Reihenfolge festlegt. Danach folgen vier Sechsergruppen als doppelrundiges Turnier: Jede Partie wird im sogenannten Fast Classic mit 45 Minuten plus 30 Sekunden pro Zug gespielt, Siege zählen drei Punkte, Remisen einen. [3][4]
Anschließend werden alle Plätze in Knockout-Brackets ausgespielt. Auch dort bleibt das Konzept gemischt: Ein Matchtag kombiniert Blitz, Rapid und Fast Classic, wobei die längeren Partien stärker gewichtet werden. Bei Gleichstand ist Armageddon vorgesehen. Damit testet Total Chess genau jene Idee, die ab 2027 in eine globale Tour münden soll: nicht nur klassische Stärke, sondern Anpassungsfähigkeit über mehrere Bedenkzeiten soll den Ausschlag geben. [2][4]
Wichtig ist die Einordnung: Budapest ist der Pilot, nicht bereits die Krönung eines FIDE World Combined Champion. Die offizielle Tour soll nach den veröffentlichten Unterlagen 2027 mit mehreren Turnierstationen und anschließendem Grand Final starten; World Chess weist entsprechend darauf hin, dass der Sieger in Budapest den Pilot gewinnt, nicht schon den künftigen WM-Titel. [2][8]
Für das deutsche Spitzenschach ist Keymers Teilnahme dennoch ein markanter Termin. Nach seiner Etablierung in der absoluten Weltspitze bekommt er ein Feld, in dem fast jede Runde Kandidaten-, WM- oder Schnellschach-Erfahrung mitbringt. Ob das Format mehr ist als ein spektakuläres Experiment, wird Budapest zeigen; für Keymer ist es in jedem Fall eine Bühne, auf der ein deutscher Topspieler gegen nahezu die gesamte erweiterte Weltelite antritt. [1][5][7]

