Wesley So hat an diesem Freitag einen doppelten Anlass: Der US-Großmeister wird am 9. Oktober 2026 genau 33 Jahre alt – und am selben Tag beginnt für ihn in St. Louis die erste Runde der U.S. Championship. Sos eigenes Profil und US Chess führen den 9. Oktober 1993 als Geburtsdatum; geboren wurde er auf den Philippinen, heute spielt er für die USA. [1][2]

Dass So längst mehr ist als ein „eingebürgerter“ Spitzenspieler, zeigt seine ungewöhnlich breite Karriere. FIDE führt ihn unter der ID 5202213, den Großmeistertitel erhielt er 2008; der Föderationswechsel von den Philippinen in die USA ist bei FIDE mit dem 29. Oktober 2014 dokumentiert. [3] Aus dem einstigen Wunderkind wurde ein Spieler, dessen Stärke weniger im Spektakel als in Präzision, Zähigkeit und exzellenter Technik liegt – genau jene Qualitäten, die ihn in Rundenturnieren besonders gefährlich machen.

Sein sichtbarster internationaler Titel bleibt der Triumph bei der ersten offiziellen Fischer-Random-Weltmeisterschaft 2019: In Norwegen besiegte So Magnus Carlsen im Finale deutlich mit 13,5:2,5 und wurde erster FIDE-Weltmeister dieser Variante. [4] Dazu kommen nationale Titel und zahlreiche Elite-Ergebnisse; der Veranstalter der US-Meisterschaften bezeichnet ihn vor dem diesjährigen Turnier als dreifachen U.S. Champion. [6]

Der Geburtstag fällt in diesem Jahr mitten in ein besonders stark besetztes US-Titelrennen. Der Saint Louis Chess Club richtet die U.S. Championship und die U.S. Women’s Championship vom 7. bis 23. Oktober 2026 aus; der Gesamtpreisfonds beträgt 402.000 Dollar. Runde 1 ist für den 9. Oktober angesetzt, in einem elfrundigen Rundenturnier mit möglichen Playoffs am 22. Oktober. [5][6]

Für So beginnt das Turnier mit Weiß gegen Sam Shankland. [5] Sportlich ist das mehr als eine Geburtstagsnotiz: Mit einem Invitational Rating von 2796 ist So hinter Fabiano Caruana die Nummer zwei der Setzliste. Das Open-Feld hat einen Schnitt von 2732,8 Punkten; sieben der zwölf Teilnehmer liegen bei 2700 oder höher. [5]

In der deutschen Perspektive ist So auch deshalb interessant, weil er regelmäßig in denselben internationalen Feldern wie Vincent Keymer auftaucht: ein Maßstab für Positionsbehandlung, Endspieltechnik und nervenstarke Verteidigung. Zum 33. Geburtstag steht So nicht am Rand der Szene, sondern wieder dort, wo seine Karriere seit Jahren verläuft – mitten im Kampf um einen großen Titel.