Yagiz Kaan Erdogmus hat seinem Ruf als außergewöhnliches Talent beim European Chess Club Cup in Budva ein weiteres Kapitel hinzugefügt. Bei seinem ersten Einsatz für den topgesetzten Bayegan Pendik Chess Sports Club gewann der 15-jährige Türke an Brett zwei gegen Zbynek Hracek; Bayegan schlug Sigil Fund Pardubice insgesamt 5,5:0,5 [1]. Chess.com meldete danach seinen Sprung auf Platz 15 der Live-Weltrangliste. Offiziell führt FIDE Erdogmus in der Oktoberliste mit 2731 Elo, Rang 17 der aktiven Spieler und als Nummer eins der Türkei – der Live-Rang ist also als inoffizieller Zwischenstand zu lesen [5][6].
Sportlich bleibt der Mannschaftskampf eng. Nach drei von sieben Runden haben im Open noch elf Teams die volle Ausbeute von sechs Mannschaftspunkten; nach Wertung führt Vugar Gashimov vor Bayegan Pendik und Alkaloid [2]. Das passt zur ungewöhnlichen Dichte an der Spitze: Schon vor Turnierbeginn war Bayegan mit einem Elo-Schnitt von 2715 als einziger Klub über 2700 gemeldet, dahinter folgten Alkaloid, SuperChess Romania, Novy Bor und Tuxera Aquaprofit Nagykanizsai [7].
Für Bayegan war Runde drei zugleich die Mobilisierung der Spitzenbretter. Anish Giri gewann gegen Sergei Movsesian, Erdogmus gegen Hracek; auch Richard Rapport, Shakhriyar Mamedyarov und Ediz Gürel punkteten voll, während Amin Tabatabaei remisierte [1]. Damit bleibt der türkische Favorit nicht nur tabellarisch sauber, sondern demonstriert auch die Breite seines Kaders.
Aus deutscher Sicht war der harte Prüfstein für die Schachfreunde Berlin besonders aufschlussreich. Gegen Alkaloid stand es am Ende 1,5:4,5: Marius Fromm verlor gegen Arjun Erigaisi, Magnus Ermitsch gegen Wei Yi, doch Emil Schmidek, Tymon Czernek und Rainer Polzin holten jeweils Remis gegen nominell deutlich stärkere Gegner [1]. Matthias Bluebaum, der stärkste deutsche Spieler im Open, spielte am zweiten Brett für Tuxera remis gegen Jung Min Seo; Tuxera gewann gegen SK Rockaden 4:2 und blieb ebenfalls bei 6:0 Mannschaftspunkten [1][2].
Regional interessant bleibt SC Erlangen 48/88. Die Erlanger stehen nach drei Runden bei 4:2 Mannschaftspunkten und rangieren auf Platz 44; in Runde vier wartet Cheddleton Savills Catering [2][3]. Ebenfalls am Dienstag kommt es zum deutschen Duell FC St. Pauli gegen Schachfreunde Berlin. Gespielt wird in Budva im Schweizer System über sieben Runden; im Open sitzen sechs Spieler pro Team am Brett [4].
