Der European Chess Club Cup 2026 bekommt aus deutscher Sicht einen klaren regionalen Akzent: Der SC Erlangen 48/88 steht im Open der am 17. Oktober beginnenden Spielrunden als Nummer 40 der Setzliste, nur einen Platz hinter dem FC St. Pauli 1910. Der offizielle Turnierrahmen in Budva läuft vom 16. bis 24. Oktober; die sieben gewerteten Runden sind bei Chess-Results vom 17. bis 23. Oktober eingetragen. [1][3]

Die Veranstalter hatten den Austragungsort nach Budva verlegt, die Termine blieben nach offizieller Mitteilung unverändert. Open und Frauenwettbewerb laufen parallel; das Open ist die 41. Auflage, der Frauen-Cup die 30. Auflage. Gespielt wird im Schweizer System, in beiden Wettbewerben über sieben Runden. [1] Die ECU-Ausschreibung sieht im Open sechs Spieler plus zwei Reserven vor, im Frauenwettbewerb vier Spielerinnen plus eine Reserve. [2]

Sportlich ist das Open an der Spitze ausgesprochen dicht besetzt. Die Setzliste führt Bayegan Pendik Chess Sports Club mit 2715 Elo-Durchschnitt an, gefolgt von SuperChess Romania mit 2698, Alkaloid mit 2686 und Novy Bor Chess Club mit 2659. Die Schachfreunde Berlin 1903 sind als Nummer 15 das am höchsten gesetzte deutsche Team der veröffentlichten Open-Liste. [3] Berlin meldet unter anderem IM Marius Fromm, IM Emil Schmidek, IM Arnd Lauber und IM Magnus Ermitsch; der Teamdurchschnitt liegt bei 2421. [6]

Für die Metropolregion Nürnberg ist vor allem Erlangen interessant. Die Mannschaft wird mit 2298 Elo-Durchschnitt geführt und hat GM Leon Mons am ersten Brett gemeldet, dahinter folgen FM Eduard Miller und IM Stefan Mijovic. [5] Damit liegt Erlangen praktisch gleichauf mit St. Pauli, das auf 2299 kommt und IM Aljoscha Feuerstack am ersten Brett führt. [7] Der Unterschied in der Setzliste beträgt nur eine Position – ein Hinweis darauf, dass ein guter Start für beide Mannschaften schnell Paarungen gegen deutlich höher eingestufte Gegner bringen kann. [3]

Im Frauenwettbewerb ist SG 1871 Löberitz als Nummer 9 der Startliste das bestplatzierte deutsche Team in den veröffentlichten Daten. Die Mannschaft ist mit 2180 Elo-Durchschnitt notiert und meldet WGM Dana Reizniece, WGM Ilze Berzina, WIM Agnesa Stepania Ter-Avetisjana, WFM Elina Otikova und Rebekka Schuster. [4][8]

Zusätzliche Brisanz erhält der Club Cup durch die neue europäische Super-League-Schiene: Laut ECU qualifizieren sich die Top vier des Open sowie das höchstgewertete nicht bereits qualifizierte Team für die European Chess Super League 2027. [2] Für Erlangen ist Budva deshalb mehr als ein Ausflug in ein starkes Feld: Es ist ein belastbarer Gradmesser, wie weit ein ambitionierter deutscher Klub im europäischen Vergleich kommt.